goddess06

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13. Kapitel

Aus Georgs Sicht:
Wir standen alle noch ziemlich bedeppert auf der Bühne als die drei schon lange verschwunden waren. War das eben wirklich passiert? Die restlichen fünf Minuten wurden wir noch über oberflächliche Themen befragt und dann, gott sei dank, endlich hinter die Bühne entlassen. Ich nahm Vanessa in den Arm. „Alles okay, Kleine?“ Sie schaute sich weiter suchend um. „Wo sind die Zwillinge? Und wo ist Artemis?“ „Die finden wir schon wieder.“ Ich drückte Vanessa ganz fest an mich. Ich hatte sie so vermisst. Doch sie befreite sich aus meiner Umarmung. „Jetzt nicht!“ Da stand Bill. Ziemlich verloren in der Ecke und schaute starr den Gang entlang. Hilfe, sah der fertig aus. Ich wollte zu ihm und fragen was denn eigentlich los gewesen ist aber Vanessa kam mir zuvor. Sie schritt auf Bill zu und knallte ihm eine. „Verdammt, was ist los? Seh ich aus wie n Punshingball?“ Im näherkommen erkannte ich zwei Handabdrücke, jeweils auf Bills rechter und linker Seite. Anscheinend hatte ihm Artemis auch schon eine verpasst. Ich konnte mir ein Grinsen nicht unterdrücken. „Hey, alles klar, Alter?“ „Hör auf zu grinsen und halt mir lieber die Furie vom Leib!“ Vanessa fletschte die Zähne, bereit zum Angriff. Bill hielt nach einem günstigem Versteck ausschau, wie ein verschrecktes Reh. „Schhh… Süße. Du siehst doch, Artemis kann sich selber wehren.“ Mein Grinsen wurde noch breiter, oh ja, der Abdruck war nicht zu übersehen. Nun bog Tom um die Ecke. „Ey, was isn hier los?“ Doch dann sah er Bill und sein Blick verfinsterte sich. Bill machte nur eine abwertende Handbewegung und verschwand in die andere Richtung, in die er eben noch geblickt hatte. „Alles wieder okay?“ „Hmm? Ähm, ja! Ich verschwinde mal eben auf die Toilette“ In letzter Zeit, war Vanessa immer häufiger geistig abwesend und im nächsten Moment wieder der strahlende Lebensgeist.
Aus Bills Sicht:
Au! Das brannte. Womit hatte ich die zweite denn auch noch verdient? Egal. Ich wollte Artemis suchen und mich bei ihr entschuldigen. Ich war noch so wütend wegen Tom gewesen und hatte ihr Sachen an den Kopf geworfen die sie sicherlich verletzt hatten. Nach zehn Minuten fand ich sie auch endlich. Sie saß auf dem Geländer das das Dach eingrenzte und spielte mit ihrem Feuerzeug. „Artemis?“ Sie zuckte zusammen und lies ihr Feuerzeug fallen welches vier Stockwerke tiefer in einem riesigen Schneehaufen aufkam. „Es tut mir leid.“ „Was? Das ich wegen dir mein Feuerzeug fallen hab lassen oder das du ein selbstsüchtiges Arschloch bist?“ „Beides.“ Ich setzte mich neben sie. „Ich hab das nicht so gemeint, vorhin. Ich meine, ja du bist immer abwesend aber das ist ja nicht so schlimm.“ Sie schwieg. „Ich sage lieber gar nichts, als etwas falsches oder dummes zu sagen, wie manch andere…“ Sie würdigte mich weiterhin keines Blickes aber das mit manch andere ich gemeint war, war mir auch so klar. Ich schluckte und wollte wieder irgendwas sagen, nur um dieses unbehagliche Schweigen zu vertreiben als Artemis flüsterte: „Ich bin dir nicht böse, wenn du das denkst.“ Und sie fuhr fort. „Ich mag dich so wie du bist. Egal ob mit langen oder kurzen Haaren, aber du hast meinen Stolz wirklich zum bröckeln gebracht.“ „Artemis..“ Ich drehte ihren Kopf zu mir sodass sie mich ansehen musste. „Du hast da was falsch verstanden.“ Wir kamen uns immer näher. „Ich brauche dich.“ Ich roch ihr Parfum, Kirschblüten „Ich bin verrückt nach dir…“ Gerade als sich unsere Lippen endlich berührten, ging die Tür zum Dach mit einem Ruck auf. „Da seid…“ Und wir verloren das Gleichgewicht. „…ihr ja“.
Aus Toms Sicht:
Nachdem ich den ersten Schock verdaut hatte, hatten sich Artemis und Bill gerade wirklich geküsst???, realisierte ich den zweiten. Scheiße, waren die beiden gerade vom Dach gefallen? Sofort rannte ich an die Stelle vom Geländer an dem sie gerade noch gesessen hatten. Unten lagen die beiden. Wie kleine Krabbelkäfer die irgendein dahergelaufener Junge aus Jux umgedreht hatte. Aber sie rührten sich. Halleluja. Der Schnee hatte ihren Fall gebremst. „Wartet, ich bin sofort unten!“ Als ich unten angekommen war, vollkommen aus der Puste da ich die Treppen runtergerannt war, lagen die beiden immer noch da und kugelten sich vor lachen. „Sagt mal, habt ihr n Rad ab? Spinnt ihr? Ich hatte den Schock meines Lebens und ihr liegt hier einfach nur rum und lacht als ob nichts gewesen….“ Und schon hatte ich einen Schneeball im Gesicht. „Na wartet!“
Aus Vanessas Sicht:
Ich saß auf Georgs Schoß und fütterte ihn mit Erdbeeren als Artemis und die Zwillinge, vollkommen durchnässt und mit Schneeklümpchen in den Haaren auf uns zukamen. „Was ist denn mit euch passiert?“ Die drei schauten sich an, zuckten mit den Schultern und meinten vollkommen synchron. „Nichts.“ „Wie auch immer.“ THs, ziemlich verärgerter, Manager mischte sich ein. „Wir müssen los und mit euch zweien hab ich noch ein Hühnchen zu rupfen.“ Die Zwillinge setzten ein betretenes Gesicht auf. „Ich meld mich!“, meinte Bill und drückte Artemis. „Yep, wir schreiben uns.“ Nun drückte auch Tom Artemis fest an sich. Was hatte ich denn da schon wieder verpasst? Ein Blitz Eifersucht durchfuhr mich. Ignorieren, ich würde nachher einfach kurz auf der Bordtoilette verschwinden…Es fiel mir wahnsinnig schwehr mich schon wieder von Georg zu verabschieden. Ich hatte ihn doch eben erst wieder. Er schien Gedanken lesen zu können. „Ich ruf dich an, sobald wir wieder zu Hause sind.“ Mehr als ein Nicken brachte ich nicht zu Stande und küsste ihn ein letztes mal. Als wir im Flugzeug saßen beobachtete ich Artemis. Doch sie sah nur aus dem Fenster und lächelte.
Aus Bills Sicht:
Lieber Bill,
Ich bin dein größter Fan. Ich weiß echt alles über dich und war auf allen deinen Konzerten. Ich muss die ganze Zeit an dich denken. Ich wüsste echt nicht was ich machen sollte ohne dich.
Dein Fan Nummer 1!

Liebster Bill.
Seit dem ich dich getroffen habe, weiß ich einfach das wir füeinander bestimmt sind. Ich liebe dich.
Dein Fan Nummer 1.

Hallo Bill.
Warum antwortest du den nicht? Ich vermisse dich total, ich hab dich vorhin im Fernsehen gesehen. Du hast mir ja so leid getan. Diese furchtbare Moderatorin hat sich ja total an dich rangemacht. Am liebsten wäre ich ins Studio gestürmt und hätte diese dumme Ziege an den Haaren von dir weggezogen. Du gehörst doch zu mir.
Ich liebe dich.
Dein Fan Nummer 1.

Liebster Bill.
Was ist denn los? Warum schreibst du nicht zurück? Ich liebe dich doch so sehr. Ich kann nicht ohne dich Leben.
Dein Fan Nummer 1
Bill,
ich mache mir langsam ernsthaft Sorgen. Was ist los? Hast du etwa einee andere? Du weißt doch das wir zusammen gehören und ich werde um unsere Liebe Kämpfen. Mit allen mitteln. Ich bringe mich um, wenn du mich betrügst. Ich liebe dich doch
Dein Fan Nummer 1

Würg. Was ging denn mit der ab? Ohne weiter über die fanatische Fanpost zu grübeln, schmiss ich die Briefe in den Mülleimer. „Wieder der Fan Nummer eins?“ Tom und ich hatten uns einigermaßen zusammengerauft. Ich verdrehte als Antwort nur die Augen. Er fischte den letzten Brief aus dem Müll. „Ja, Bill. Hast du etwa eine andere?“, flötete mir Tom ins Ohr. Bei den Worten fuhr mir ein dämliches Grinsen übers Gesicht. Die letzten Wochen hatten Artemis und ich täglich telefoniert. Letzte Woche feierte sie ihren 16. Geburtstag. Wir konnten leider nicht kommen da wir einen Auftritt hatten aber ich habe ihr einen wunderschönen Ring geschenkt. In ihm war ein Mondstein in Form eines Herzens eingefasst. Laut Georg, der das wiederrum von Vanessa wusste trug sie ihn jeden Tag und zeigte ihn Stolz jedem der ihn sehen wollte. „Is ja gut.. du sieht aus wie ein Honigkuchenpferd, echt zum kotzen.“ „Ach, sei blos still!“ Es klingelte an der Tür. „Erwartest du Besuch?“ „Das könnte man so sagen.“, meinte Tom und lies ein ziemlich leichtbegleidetes Mädchen herein. „Na dann…geh ich mal nach oben.“
Aus Vanessas Sicht:
„Ist er nicht schön?“ Artemis strahlte übers ganze Gesicht und hielt mir ihren ach so tollen Ring unter die Nase, „Ja, toll, wirklich fabelhaft, jedesmal wenn du ihn mir zeigst wird er noch atemberaubender.“ Sie ignorierte meinen Zynismus gekonnt und spielte weiter überglücklich an ihrem Ring herum. Ich verschwand auf die Toilette. Als ich mir gerade einen Schuss gesetzt hatte klingelte mein Handy. Es war Georg. Och nö… Ich hatte ihm gegenüber ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. In letzer Zeit hatte ich es mim Feiern, zugegeben, etwas übertrieben und war schon mehr als einmal in einem fremden Bett aufgewacht. Ob er mit mir Schluss machen würde, wenn er das erfährt? Ich ignorierte das klingeln und stellte das Handy auf lautlos. „Können wir endlich anfangen zu proben?“, nörgelte Andreas als ich wieder in den Proberaum trat. „Sicher!“, strahlte ich und setzte mich hinter meine Drums.
Aus Toms Sicht:
Das Mädchen stand mit verheultem gesicht vor mir. Ein paar Stränen ihrer blondierten Haare klebten von den Tränen gehalten auf ihrer Wange. Ehrlich gesagt hatte ich vergessen wie sieh hieß, aber als sie mich vollkommen erzweifelt angerufen hatte, willigte ich ein mich mit ihr am Spielplatz zu treffen. Was ich jetzt aber bitter bereute. „Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ „Doch Tom!“, schlurchzte das Mädchen. „Ganz sicher. Ich bin schwanger!“



14. Kapitel
Aus Tom’s Sicht:
Sie wollte mir in die Arme fallen, doch ich stieß sie weg. Das Mädchen, Anna, wie sie mir später erklärte, sah mich nur geschockt an. „Sorry, ich brauch jetzt echt n bischen Zeit für mich.“ Wie sollte ich meine Gefühle in diesem Moment beschreiben? Erst vor ein paar Wochen war ich mir sicher mit diesem Thema für immer abgeschlossen zu haben. Das war als wäre ich ewig ohne Wasser durch die Wüste geirrt und hatte meine letzte Kraft dafür verwendet an eine Oase zu kriechen, nur um festzustellen das die Quelle bereits versiegt war. Ich hatte keine Kraft mehr um mich aufzuregen, keine Lust mehr, anderen Röcken nachzuschauen. Wie konnte ich nur so verdammt leichtsinnig sein?
Aus Vanessas Sicht:
(Vier Wochen später)
Zum tausendsten mal klingelte Artemis Handy. Jetzt fing das Geturtel schon wieder an. Boah, nee. Ich brauch jetzt frische Luft. In ein paar Stunden würden sich die beiden doch eh wieder sehen, konnten sie nicht mal ein paar Sekunden ohne einander auskommen? Als ich zurück kam, zog mich Artemis gleich wieder hinaus. „Was ist denn los?“, ich lächelte sie zuckersüß an. Artemis war nicht geschminkt, da wir das später von Profis wurden und verdeckte ihre Augen deswegen mit einer XXL Sonenbrille, die sie nun abnahm damit ich ihren ernsten Gesichtsausdruck sehen konnte.„Das möchte ich dich eigentlich fragen.“ Das Lächeln gefror auf meinen Lippen. „Denkst du ich merke nichts? Ich kenne dieses Lächeln.“ „Welches Lächeln?“ „Stell dich nicht dumm, Vanessa, das ist meine Masche! Du redest nicht mehr mit uns, du wendest dich von uns ab und wenn du uns doch einmal die Ehre erweist dann hast du genau dieses Lächeln auf den Lippen. Genau das gekünstelte Lächeln das wir immer aufsetzten, wenn Lena oder eine andere Bonze uns begrüßt hat. Wir hassen die Menschen, denen wir dieses Lächeln schenken… hasst du uns?“ Wie könnte ich dich hassen? „Nein, das ist es nicht. Ich bin momentan nur etwas gestresst.“ Sie schien mir das nicht abzunehmen aber bevor sie mich weiter Löchern konnte wurden wir schon aufgefordert ins Flugzeug zu steigen. Es ging wieder nach Berlin. Zum Dome. Wo alles angefangen hatte. Ich war nervös. Nicht wegen dem Auftritt, vielmehr hatte ich Angst das Georg mir meine Seitensprünge ansehen konnte. Offenschtlich beleidigt das wir unterbrochen wurden, setzte sich Artemis demonstrativ weit weg von mir. Sollte mir recht sein. Von hier aus konnte ich sie gut beobachten. Sie starrte noch eine Weile bockig aus dem Fenster, widmete sich dann aber wieder ihrem Ring. In Berlin angekommen ging es direkt zum Soundcheck. Die Zeit drängte. Nur noch drei Stunden bis zum Showbeginn. Unsere Visagisten warteten schon. Wärend ich in ein verruchtes Makeup getaucht wurde, zog sich Artemis um. Sie aalte sich aus der zerrissenen Jeans und der Ledercorsage und zog den Stift aus ihren Haaren, der diese zusammengehalten hatte. Als sie nur noch in Unterwäsche, ein schwarzer Hauch von nichts, dastand zog sie ihr Schweißband ab. Erschüttert, wie immer, begutachtete ich die roten Narben die ihre makellose, weiße Haut an ihren Handgelenken durchfurchten. Sie waren jedem von uns schon aufgefallen aber sobald sie jemand darauf ansprach schwieg Artemis. Warum kam ausgerechnet sie mit den Vorwürfen? Sie sagte doch nie was sie bedrückt. Allerdings stellte ich erfreut fest das keine neuen Narben hinzugekommen waren. Ihre Visagistin drängte, also zog sie zu meinem Bedauern wieder eines ihrer, diesmal weißen, Lolitakleider über. Ich wurde in ein Nebenzimmer gedrängt in dem ich eine Art Schuluniform anzog. Allerdings um einiges knapper. Meine Dreadlocks hingen einfach wirr um mein Gesicht. Gerade als ich mir meine Stiefel zuschnürrte, hörte ich auch schon die Absätze von Artemis weißen Plateaulackballerinas. Wie immer fragte ich mich, wie sie auf diesen Dingern ihr Gleichgewicht halten konnte. „Du siehst heiß aus!“, ginste sie mich an. „Warte nur bis Georg dich so sieht!“ Autsch. Verlegen strich sie sich ihre Korkenzieherlocken hinters Ohr. „Sorry wegen vorhin. Ich mach mir einfach nur Sorgen.“ „Schon okay..“ Um mich brauchte man sich keine Sorgen machen! Ich war nicht diejenige die wie eine lebendige Puppe aussah. Uh, aber wie eine verdammt schöne Puppe… „Komm, wir gehen zu den Jungs, ich weiß wo sie ihre Umkleiden haben.“ Glücklich zwinkerte sie mir zu und zerrte mich mit. Der Gang dem wir folgten war lang und kühl. Von dem prunkvollem, von dem ich früher immer ausging in dem Stars lebten, war nichts zu sehen. Im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl als würde ich zu meiner Hinrichtung gezogen. Oh, bitte lass Georg nichts merken. Bitte.
Aus Artemis Sicht:
Als wir die Umkleide von Tokio Hotel betraten, schauten uns fünf Gesichter überrascht entgegen. Georg, der Vanessa sofort stürmisch umarmte, Gustav, der wie immer in ein Heft vertieft gewesen war. Bill, der verlegen versuchte meinem Blick standzuhalten, Tom, der missmutig seine Begleitung anstarrte und schließlich Anna. Ich hatte schon viel von ihr gehört. Von Bill aber auch von Tom, aber damit das sie hier sein würde hatte ich nicht gerechnet. In letzter Zeit telefonietren auch Tom und ich ziemlich oft. Ich wusste über seine Gefühle genauso bescheid wie über Annas Gewohnheit ihre Haare mit einem heftigen Ruck nach hinten zu werfen, was sie auch in diesem Moment tat. Ich konnte nicht sagen warum, aber ich mochte sie nicht. „Hi, ich bin Artemis!“ , stellte ich mich ihr vor. „Ich weiß.“ Und wieder schleuderte sie ihre Haare zurück. Tom sah aus als würde er am liebsten flüchten wärend mich Anna von oben bis unten musterte. „Du bist ja wirklich so groß.“ Als ich nichts darauf erwiderte meinte sie an Tom: „Ich dachte privat spricht sie!“ „Nicht mit jedem.“, meinte Tom schnippisch, stand auf und gab mir einen Begrüßungskuss auf die Wange, was zwei eifersüchtige Gesichter zu Folge hatte. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, setzte ich mich zu Bill auf die Couch und flüßterte ihm ins Ohr. „Ich hab dich vermisst.“ Er küsste mich und flüßterte zurück. „Ich liebe dich.“ „Ich….hohl mir mal was zu trinken.“ Ich stand auf und ging richtung Katering. Warum hatte ich ihm nicht einfach auch gesagt das ich ihn liebe? Ich tat es. Ohne Zweifel, aber ich brachte es nicht über die Lippen. Als ich gerade seit einer Minute verzweifelt versucht hatte eine Wasserflasche zu öffnen, nahm mir Tom die Flasche ab und öffnete sie beim ersten Versuch. Schmollend nahm ich sie ihm wieder ab und nam einen Schluck. „Du magst sie nicht, was?“ „Ehrlich?“ „Schon gut, ich find sie ehrlich gesagt auch furchtbar oberflächlich aber ich wollte das du sie kennenlernst. Ich weiß auch nicht, es war mir wichtig. Wir bekomme ein Baby und naja, Anna wird ab jetzt immer ein Teil in meinem Leben sein.“ „Shhht..“ Ich legte meinen Zeigefinger auf seine Lippen. „Du wirst ein großartiger Vater sein und mit etwas Glück erbt es nicht all zu viele Eigenschaften seiner Mutter.“ Tom knuffte mich in die Seite. Ich schüttelte den Kopf und starrte aus dem Fenster über Berlin. Wie viel war seit dem letzen mal passiert? „Du ziehst es also wirklich durch…“ Tom sah mich mit seinem Dackelblick an und legte den Kopf schief. „Komm wir gehen zurück, wir können den armen Bill doch nicht länger mit einer werdenden Mutter in einem Zimmer lassen.“ „Wo sind denn Vanessa und Georg?“ „Die haben sich in ein anderes Zimmer verzogen.“ Ich hätte auch ohne das Toms Hüsteln kapiert was er meinte…Zurück in der Umkleide kuschelte ich mich solange in Bills Arme bis wir unseren Auftritt hatten. Danach sahen wir uns Dank diverser Verpflichtungen erst wieder zur After-Show-Party. Die Zeit verging wie im Flug und als ich mich suchend auf der Party umschaute entdeckt ich auch schon die Zwillinge. Anna war nirgeds zu sehen. „Schau mal, wie findest du die da?“ „Hmm… is der Rock nicht ein bischen kurz?“ „Egal, da sieht man was man bekommt. Oder die!“ Tom zeigte auf ein nicht minder leichtbekleidetes Mädchen. „Ey, kann es sein das du im Moment wahnsinnig Notgeil bist?“ „Öhm… ja! Oder die Brünette da hinten!“ Deja Vue! Ich schlich mich von hinten an die beiden an und deutete auf ein hübsches, blondes Mädchen das gerade aus der Toilette kam, Anna. „Oder die?“ Die Jungs zuckten zusammen und liefen knallrot an. „Wie war das noch? Sowas macht ihr normalerweise nicht?“ „Ähm, schönes Wetter heute, was?“Konterte Tom ,dem genausowenig das Dejavue-Gefühl entgangen war wie mir. Anna kam direkt auf uns zu und drängte sich zwischen mich und Tom. „Na, dann wünsch ich euch noch viel Spaß.“ , grinste Bill, lies den armen Tom stehen und zog mich auf die Tanzfläche. Er war gewachsen. Trotz meiner Absätze konnte ich ihm direkt in die Augen sehen. Diese wunderschönen Augen. Als sich unsere Lippen näherten, rechnete ich damit, das Vanessa jeden Moment auf uns zugelaufen kam, aber diesesmal blieben wir ungestört. Wir küssten uns und küssten uns und wurden immer leidenschaftlicher. Irgendwann war unsere Darbietung nicht mehr ganz jugendfrei und wir beschlossen uns ins Hotel zurückzuziehen. Anna textete den armen Tom zu Gustav wurde wieder von unseren jungs in beschlag genommen. Vanessa und Georg waren schon längst auf Georgs Zimmer verschwunden. Als wir im Bills Zimmer standen und beide gedankenverloren aus dem Fenster starrten, ich in Bills Armen, genoss ich einfach nur den Augenblick. „Eine Sternschnuppe, schnell wünsch dir was!“,flüsterte Bill „Gut, ich wünsch mir das du für immer bei mir bleibst!“ Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange worauf Bill mich noch fester an sich drückte. „Keine Angst, ich habe nicht vor dich jemals wieder gehen zu lassen.“ Mit einem Ruck hebte er mich hoch und wir liessen uns lachend aufs Bett fallen. „Weißt du was ich jetzt wahnsinnig gerne tun würde?“ Bill grinste mich auffordernd an und ich nickte. Ich fuhr ihm unter sein T-Shirt und zog es aus….
Am nächsten Morgen weckten mich die Sonnenstrahlen. In weiser Vorraussicht hatten wir zwar die Vorhänge zugezogen aber ein kleiner Spalt lies noch ein paar Lichtstrahlen durchdringen. Bill schlief noch.Er hatte sich im Bett breit gemacht und der einzige Grund das ich nicht schon längst auf dem Boden lag war das Bill mich fest umklammert hatte. Vorsichtig befreite ich mich aus seiner Umklammerung. Ich hatte nicht länger als eine Stunde geschlafen -wie auch in der Enge- doch trotzdem fühlte ich mich frisch und ausgeschlafen. Auch mein Make Up hatte nicht gelitten. Professionelles Make Up saß einfach immer perfekt. Nur meine Haare waren zerwühlt. Nachdem ich mich wieder angezogen, meine Haare geordnet und Bill eine Weile beim schlafen zugesehen hatte, beschloss ich etwas spazieren zu gehen. Also hauchte ich Bill zum Abschied noch einen Kuss auf die Wange und flüßterte ihm ins Ohr: „Ich liebe dich auch.“ . Ich spazierte lange durch Berlin und dachte nach. Über meine Vergangenheit, über Lena, die Gegenwart, was Vanessa und Georg wohl gerade machten. Was mit Vanessa los war und wie ich ihr helfen konnte und die Zukunft, wie Tom wohl mit dem Baby zurechtkommen würde und ob ich mich jemals mit Anna anfreunden könnte. Über meine Mutter, die ich über alles liebte, meinen Vater, mit dem ich diskutieren und lachen konnte wie mit keinem anderen, über meinen kleinen Bruder, der wohl neidisch die ganze Nacht wach geblieben war und am liebsten mit mir auf der Bühne gestanden hätte und schließlich Bill, der im Hotelzimmer friedlich schlummerte und wohl froh war endlich das ganze Bett für sich zu haben. Ich hatte Freunde gefunden, ich war nicht länger allein. Ich ging in einen Park und begutachtete die Landschaft. Das Eis war getaut und die ersten Zeichen des Frühlings sichtbar. Hier und da saß vereinzelt ein Schneeglöckchen geschmückt mit Perlen aus Tau und schon bald würde wieder alles grün und voller Leben sein. Jeder hat schwehre Zeiten aber die gehen auch vorbei, genauso wie sie wieder kommen und wieder gehen. Meine Füße schmerzten. Ich hatte mir wohl eine Blase gelaufen. Solche Schuhe waren aber auch nicht zum wandern gedacht, Mädchen! Also setzte ich mich auf die nächste Bank und streckte meine Beine aus. Nach kurzer Zeit setzte sich ein unscheinbares Mädchen neben mich. „Hi!“ sprach sie mich an. Es war unhöflich doch ich konnte meine Augen nicht von diesen dicken Augenbrauen lassen.Sie schienen über ihre gesamte Stirn zu wuchern. Mühsam wendete ich meinen Blick auf ihre kleinen, grauen Augen und lächelte sie business-like an. „Hi.“ „Du bist doch Athene, oder?“ „Artemis, ja.“ „Oh, ja, entschuldigung, das weiß ich doch, ich bin nur so aufgeregt dich zu treffen! Ich hab ja schon so viel von dir gehört und gelesen. Bekomm ich vielleicht ein Autogramm?“ „Sicher, hast du was zum schreiben?“ Sie kramte eine Weile in ihrem Eastpack und reichte mir dann eine Bravo und einen Kulli. „Schreib: für Franzi.“ Nachdem ich ihr das Autogramm gereicht hatte, stopfte sie die Bravo mitsamt meinem Autogramm und den Kulli wieder unachtsam zurück in den Rucksack. Komisches Mädchen. Ich wollte gerade weitergehen als Franzi mir noch etwas eröffnete. „Ich hab dich Gestern gesehen.“ Fragend hob ich eine Augenbraue. „Natürlich auf dem Dome aber auch danach. Aus sicheren Quellen wusste ich wo Tokio Hotel übernachtete und du und Bill seid zusammen ins Hotel gegangen. Darf ich fragen ob da was zwischen euch läuft?“ Heute frage ich mich ob alles anders verlaufen wäre, wenn ich mich nur an meinen Vertrag gehalten hätte und meine Gefühle für Bill verleugnet hätte aber das konnte ich nicht und deswegen nickte ich nur. „Ja, so ähnlich.“ Franzi lächelte mich noch ein letztes mal an und ich wollte gehen, doch ein lauter Knall lies mich stehen bleiben. Ich drehte mich um und sank in die Knie. Franzi kam auf mich zu, nahm mich in den Arm und wiegte mich hin und her bis ich verblutet war. Sie hatte mich erschossen. Ein letztes mal füllten sich meine Lungen mit Luft. Ich sog sie tief ein, es duftete nach Frühling…
Nachdem ich mich nicht mehr rührte ging Franzi. Ich war nicht wütend auf sie. Sie litt fürchterlich an Liebeskummer. Sie war besessen. Nach zwei Stunden fand mich ein Passant. Er sah mich auf dem Gras liegen, meine Haare silbrigglitzern im Sonnenschein, mein weißes Kleid ruiniert von Blutflecken meine Augen starr gen Himmel gerichtet. Er rief sofort einen Krankenwagen doch das war nicht mehr nötig. Die Kugel hatte meine linke Herzkammer durchbohrt und war glatt durch mich hindurch geschossen. Meine Beerdigung war drei Tage später in München. Von meinen alten Freunden war niemand gekommen, ihnen wurde von Vanessa zu verstehen gegeben das sie sich ja nicht blicken lassen sollten und ich bekam meine Rache, denn sie vergaßen mich nicht. Ihr schlechtes Gewissen errinnerte sie immer wieder an mich wie Migräne die gegen ihre Hirnwand hämmerte. Viele meiner Fans waren gekommen, ich war wahnsinnig stolz wie viele es waren. Sie mochten meine Musik, doch mit den Jahren vergaßen sie mich. Es kamen andere Bands. Mein Tod war ein großer Schock für meine Eltern. In ihrer Art ihre Gefühle auszudrücken hatte meine Mutter die Beerdigung bis ins kleinste Detail geplant und so prunkvoll wie möglich gestaltet. Mein Vater warf die erste Schaufel Erde auf meinen Sarg. Nie zuvor hatte ich ihn weinen sehen. Mein kleiner Bruder vergrub sich in den Armen meiner Mutter. Vanessa brach zusammen als sie eine Abschiedsrede für mich hielt. Georg versuchte sie in den folgenden Jahren zu trösten aber sie liebte ihn nicht. Ich hatte nie gemerkt wie sehr ich sie verletzt hatte indem ich von Bill schwärmte. Ich hätte es merken müssen, ich hätte ihr helfen müssen. Sie kam nicht über mich hinweg, sie verfiel den Drogen immer mehr und auch die Terapie zu der Georg sie zwang nachdem er ihr Problem entdeckt hatte half nichts. Die Wahrheit kam ans Licht. Vanessas Seitensprünge und der Grund für ihre Verzweiflung. Lange hielt Georg das nicht mehr aus und trennte sich von ihr. Vanessa starb mit 24 an einer Überdosis Heroin. Georg heiratete mit dressig ein fünf Jahre jüngeres Model aus der Schweiz. Sie bekamen zwei Kinder. Einen Jungen und vier Jahre später ein Mädchen. Tom stand zusammen mit Bill etwas abseits. Bill konnte den Anblick nicht ertragen und auch Tom der seinen Bruder drückte könnte die Tränen nicht zurück halten. Er wollte seinem Kind, mir zu Ehren, mit zweiten Vornamen Artemis nennen, doch Anna verlor das Kind. Ihre Beziehung hielt danach nicht länger doch Tom verfiel seinem alten Muster nicht. Er hing sein Playboygehabe an den Nagel und fand mit 21 seine große Liebe. Rebecca war groß, hübsch, hatte lange braungelockte Haare, süße Sommersprossen und schenkte Tom nach ihrer Hochzeit vier Kinder. Wie ich vorausgesagt hatte wurde Tom ein großartiger Vater. Bill schien sich der Frauenwelt entgültig abgewendet zu haben und widmete sich vollkommen seiner Musik. Aber jedes Jahr an meinem Todestag besuchte er mich. Eines Jahres, nachdem er mich besucht hatte, setzte er sich in das Cafe neben dem Friedhof und eine kleine, zierliche Frau mit schulterlangen, schwarzen Haaren betrat das Cafe. Bill verfiel sofort ihrem freundlichen Lächeln. Mit 35 hatte er endlich seine Lebensgefährtin gefunden. Christina. Er heirateten sie nicht und sie bekamen auch keine Kinder. Bill liebte sie, aber er besuchte mich weiterhin jedes Jahr. Gustav begann mit der Zeit einen Harem an Frauen mitzuschleppen. Wie Hugh Hefner war er nie in Begleitung von weniger als zwei Blondinen gesehen. Tokio Hotel war noch lange erfolgreich und die vier Jungs, die mit der Zeit zu vier Männern heranwuchsen spielten noch im hohen Alter miteinander. Und Goddess 06? Vanessa stieg nach kurzer Zeit aus aber Daniel und Andreas fanden einen hervorragenden zweiten Gitarristen, Sänger und Songschreiber. Meinen kleinen Bruder, Marius. Zusammen mit einem Schulfreund meines Bruders gründeten sie die Band „little brother“ und landeten gleich mit ihrem ersten song. „Memories of a goddess“ in vielen Ländern weltweit auf Platz eins.
Es gibt ein Leben nach dem Tod. So lange es Menschen gibt die sich an dich errinern, lebt man weiter. Solange bis schliesslich auch die Erinnerungen sterben. Aber ich hatte Freunde und einen wunderschönen Frühling.



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